Kommune Niederkaufungen

Willkommen auf der Seite der Kommune Niederkaufungen

Die Kommune Niederkaufungen ist eine intentionale Gemeinschaft, die seit 1986 in Niederkaufungen in Nordhessen existiert. Zusammen leben und arbeiten hier 55 Erwachsene und 21 Kinder/Jugendliche. (Stand: September 2019)

Gruppenfoto von März 2020

Der englischsprachige Oberbegriff für Lebensgemeinschaften wie unsere ist “intentional community”. Das bedeutet, dass Menschen sich absichtlich dazu entscheiden in Gemeinschaft zu leben. Dabei teilen sie die Grundsätze, Zielvorstellungen, Absichten, Überlegungen, Wertvorstellungen etc., die sich die Gemeinschaft gegeben hat und miteinander weiter entwickelt.

Die Kommune Niederkaufungen versteht sich als lebendiges Experiment eines alternativen Lebensstils. Wir möchten lernen ohne Hierarchien solidarischer und ökologisch-nachhaltiger miteinander zu leben und zu arbeiten.

neue Kennenlerntermine

Es gibt für die nächste Zeit drei zusätzliche Möglichkeiten die Kommune Niederkaufungen beziehungsweise das Netzwerk der politischen Kommunen in der Region Kassel (Interkomm), deren Teil auch wir sind, näher kennen zu lernen. Konkret sind dies folgende Termine:

 

23.-25. Oktober 2020 – Kommuneseminar “Wir können auch anders!” in Niederkaufungen

 

ABGESAGT – 12.-15. November 2020 – Interkommseminar im Lebensbogen in Zierenberg

 

08.-10. Januar 2020 – Kommuneseminar “Wir können auch anders!” in Niederkaufungen

Kommune Niederkaufungen sucht junge Menschen!

Du bist etwa zwischen 25 und 45 Jahre alt und hast Lust auf eine große und spannende Gemeinschaft?

Du findest kleinbäuerliche und vielfältige Landwirtschaft toll? Du interessierst dich für biointensiven Gemüsebau, Mulchverfahren, Regenerativen Ackerbau, Agroforstwirtschaft, Hühnermobil, Hofkäserei, Saatgutanbau oder Streuobst und Pomologie? Oder Du willst dich vielleicht mit eigenen neuen Ideen einbringen? Zum Beispiel mit einer kleinen Bäckerei um unser eigenes Getreide zu vermarkten? Einem Hof-Cafe? Oder der Erweiterung unseres kleinen Hoflandens? Oder was ganz anderes? Dann sei herzlich willkommen dich bei uns zu melden!

Wir suchen junge Menschen, die einerseits Lust haben Teil unserer Gemeinschaft zu werden und andererseits Begeisterung für ökologische und zunehmend regenerative Landwirtschaft mitbringen.

Und noch ein paar Schlagworte zu uns:

  • Wir sind eine der ältesten politischen Kommunen Deutschlands – in Niederkaufungen (Region Kassel)

  • Wir sind etwa 60 Erwachsene und 20 Kinder.

  • Wir arbeiten in Kollektiven und legen großen Wert auf Hierarchieabbau.

  • Neben unseren “Grünen Arbeitsbereichen” haben wir u.a. auch eine Schreinerei, eine Schlosserei, eine Tagespflege für Demenzkranke, eine Kita, eine Bio-Küche, ein Tagungshaus sowie eine eigene Verwaltung, die ebenfalls fast alle neue Kollektivist*innen suchen!!!­

  • Unsere Entscheidungen treffen wir im Konsens.

  • Wir leben gemeinsame Alltags- und Vermögensökonomie.

  • Wir haben ein linkes Politikverständnis.

Unser strukturierter Kennenlernprozess wird hier ausführlich beschrieben.

Alle Themen unserer Kommune werden ausführlich in einem Kommuneseminar besprochen. Die kommenden Termine findet ihr in der Terminspalte auf der rechten Seite. Anmelden könnt ihr euch hier!

Wir beteiligen uns ebenfalls an den Vorstellungsseminaren der Interkomm, einem Zusammenschluss von 6 Kommunen im Großraum Kassel. Der nächste Termin für dieses Format ist der von 12.11.2020 bis 15.11.2020.

Unser Kennenlernprozess

  Uns als Kommune Niederkaufungen wird gegenwärtig viel Aufmerksamkeit und Interesse zuteil. Gerade durch den im Hessischen Rundfunk ausgestrahlten Film „Alles Teilen – Leben ohne Besitz“ hat sich dieses Interesse nochmal verstärkt.
Darüber freuen wir uns sehr. Zum einen wollen wir selbst wachsen und suchen vornehmlich junge Leute, die unser Lebensmodell mit uns gemeinsam ausfüllen und weiterentwickeln wollen. Zum anderen begrüßen wir das große Interesse an alternativen Entwürfen zu einem auf Konkurrenz und Privateigentum basierenden Wirtschaftssystem. Viele Menschen spüren die negativen Auswirkungen dieser gesellschaftlichen Rahmenbedinungen ganz konkret in ihrem Leben und suchen nach anderen Möglichkeiten. Dabei stoßen viele Menschen auf uns.
Wir sind jedoch nicht für jedes Anliegen die richtige Anlaufstelle. Daher findet ihr an dieser Stelle einige hilfreiche Informationen zu unserer Kommune, unserem Kennenlern- und Einstiegsprozess, sowie Verweise auf andere Gemeinschaften.

Kennenlernen und Einsteigen

Kennenlernen braucht Zeit. Die Kommune ist für viele Menschen seit Jahren und Jahrzehnten das zu Hause. Vom ersten Kennenlernen bis zum Einstieg vergehen nicht selten ein bis zwei Jahre.

Auf Grund der gegenwärtigen vielen Anfragen und den Schwierigkeiten die Corona mit sich bringt (Auflagen für unser Tagungshaus), können wir nicht alle Wünsche nach einem baldigen Kennenlernen erfüllen. Wir arbeiten daran in diesem Jahr weitere Kommuneseminare anzubieten. Bis dahin nehmen wir bei Anfragen gerne eine Kontaktmöglichkeit von euch auf.

Seit jeher gibt es viele Leute, welche die Kommune Niederkaufungen kennenlernen wollen. Auf Grund der hohen Nachfrage wurde ein strukturierter Prozess entwickelt, der die verschiedenen Bedürfnisse berücksichtigt – sowohl der hier lebenden Menschen, als auch die der Interessierten. Es ist in jedem Fall hilfreich unser Grundsatzpapier und das aktuelle Ergänzungspapier, welches das Leben in der Kommune beschreibt, zu lesen.

Der Infonachmittag

Wer sich unser Projekt nur mal anschauen möchte, für den sind die mehrmals im Jahr stattfindenden Infonachmittage das richtige Format. Neben einer Führung wird die Kommune in ihren Grundzügen erläutert und es können Fragen gestellt werden.

Das Kommuneseminar

Für alle, die es genauer wissen wollen, werden im Kommuneseminar die grundlegenden Aspekte der Kommune an einem Wochenende ausführlich erläutert. Wie werden Entscheidungen getroffen? Wie funktioniert die gemeinsame Ökonomie? Was bedeutet Arbeiten im Kollektiv? Was sind Schwierigkeiten im Kommunealltag? Daneben ist reichlich Raum für die Fragen der TeilnehmerInnen.

Das Interkomm-Seminar

Die Kommune Niederkaufungen ist eine von insgesamt 6 Kommunen im Raum Kassel. Diese sind miteinander unter dem Namen „Interkomm“ vernetzt. Mehrmals im Jahr gibt es die Möglichkeit an einem Interkommseminar teilzunehmen. Dabei werden die gemeinsamen Aspekte der Kommunen wie gemeinsame Ökonomie oder Entscheidungsfindung im Konsens erläutert und diskutiert. Außerdem werden die verschiedenen Projekte besucht.

Kennenlernwochen

Wer sich für unsere Lebensgemeinschaft interessiert und genauer herausfinden will, ob ein Lebenskonzept wie in der Kommune Niederkaufungen für das eigene Leben eine Perspektive sein könnte, kann in einer Kennenlernwoche mit uns zusammen leben und arbeiten. Die Betreuung der Teilnehmenden rotiert zwischen den Wohngemeinschaften. Die einladende WG entscheidet autonom, wen sie einladen möchte und mit wie vielen Teilnehmenden die Kennlernwoche stattfindet. Voraussetzung zum Besuch einer Kennenlernwoche ist die vorherige Teilnahme an einem Kommuneseminar oder einem Interkommseminar.

Kümmerer und Kümmerinnen

Wer sich nach dem Besuch einer oder mehrerer Kennenlernwochen konkret für einen Einstieg interessiert, formuliert einen Probezeitantrag, in dem die Person ihr Anliegen schildert. Um diese Zeit sollten sich drei Kümmerer oder Kümmerinnen aus der Kommune gefunden haben, die dieses Anliegen unterstützen und begleiten. Über den Beginn der Probezeit entscheidet die gesamte Gruppe im Konsens.

Probezeit & Einstieg

Die Probezeit dauert 3 Monate. In dieser Zeit leben neue Leute bereits in der Kommune und sind der Teil der gemeinsamen Ökonomie. Nach diesen 3 Monaten wird im Konsens über den Einstieg entschieden. Danach kann sich die Probezeitlerin oder der Probezeitler weitere Bedenkzeit wünschen und ihrerseits die Probezeit verlängern.

Andere Wege

Neben dem beschriebenen üblichen Kennenlernweg gibt es weitere. Mitunter laden Arbeitsbereiche Interessierte eigenständig ein. Einige Menschen machen ein Praktikum in einem Betrieb oder leben als Langzeitgäste für einen begrenzten Zeitraum mit uns zusammen.

Herausforderungen des Kommunelebens

Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein

In unserem Projekt wollen wir uns als Gleichberechtige auf Augenhöhe begegnen. Das erfordert, dass die hier Lebenden prinzipiell ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein für sich und andere an den Tag legen. Wir selbst gestalten unser Leben immer wieder neu. Im Gegensatz zu religiösen oder dogmatischen Gemeinschaften gibt es keine fertigen Rezepte und letzten Wahrheiten. Für diesen Prozess sind daher grundsätzlich alle in ihrer Selbstständigkeit und Kompromissbereitschaft in der Gruppe gefragt. Angebote, die man im Sinne eine Dienstleistungsmentalität nur noch konsumieren muss, gibt es bei uns nicht.

Soziales Miteinander

Die Kommune Niederkaufungen arbeitet seit beinahe 34 Jahren an einem alternativen Modell des Wirtschaftens und Lebens. In dieser Zeit sind vielen Menschen in die Kommune ein- und wieder ausgestiegen. Wir haben eine gemeinsame Wertebasis und trotzdem sind wir unterschiedlich. Eine Bereitschaft zur Auseinandersetzung und Kooperation mit vielen Menschen ist daher eine Bedingung des Zusammenlebens. Gleichzeitig ist dieser stetige Prozess anstrengend. Nicht wenige sind damit auch überfordert.

Lebens- und Arbeitsprojekt

Die meisten Kommunardinnen und Kommunarden leben nicht nur hier gemeinsam auf dem Gelände, sondern arbeiten auch in einem unserer Kollektive. Neben der Erwerbsarbeit in den Betrieben, als Angestellte außerhalb oder als Selbstständige fallen viele weitere Arbeiten an: Dazu gehören: Abwaschen, Putzen, Kinderbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit, Plenum, Kleingruppenbeteiligung, Alltagsorganisation, Instandhaltung und Pflege der Gebäude und Grundstücke, politische Arbeit … . Hier ist jede und jeder gefragt seine Fähigkeiten einzubringen. Alle Menschen, die hier lebten, haben das Projekt aufgebaut. Alle, die jetzt neu oder nach wie vor hier leben, gestalten es weiter. Auch für diejenigen, die nach uns kommen werden.
Auch wenn wir unsere Arbeitsbedingungen selbst gestalten können, wird hier viel gearbeitet. Verantwortlich in der Gruppe zu arbeiten und dabei auf seine eigenen Grenzen zu achten, ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.

Andere Gemeinschaften

Es gibt inzwischen viele Gemeinschaften in Deutschland. Das Verzeichnis eurotopia listet für Deutschland 192 politische, spirituelle, religiöse oder ökologische Gemeinschaften unterschiedlichster Couleur auf. Es lohnt sich den Blick zu weiten. Auch Neugründungen steht nichts im Wege. Wir beraten euch dabei gerne!

Black Lives Matter – Demo in Kassel

Am 6. Juni 2020 fand in Kassel eine sehr gut besuchte Kundgebung und Demo gegen Rassismus statt. Die mindestens 3000 Teilnehmerinnen fanden sich zunächst vor dem Hauptbahnhof ein. Mehrere kraftvolle Redebeiträge schilderten authentisch Erfahrungen mit Rassismus in Deutschland und Kassel und brachten das Anliegen der Teilnehmer auf den Punkt. Es reicht! Wir wollen keinen Rassismus mehr durch Polizei, Arbeitgeberinnen, Schule oder Jobcenter dulden. Hierzu gehört auch, dass Weiße Vorrechte und Vorurteile in Frage stellen. Sich auch in Alltagssituationen einzumischen ist Aufgaben von uns allen.

Solidarität hat keine Grenzen

am Samstag, den 02.05.2020 gab es in der Kasseler Innenstadt eine auffällige Anhäufung von Menschen mit Plakaten

leave no one behind

Solidarität kennt keine Grenzen

Grenzen auf überall

Lager evakuieren

Gesundheitsversorgung für alle

Corona, ein Grund das Lieferkettengesetz zu kippen?

Lieferkettengesetz – Fluchtursachen – war da was?

Kommunard*innen aus den Kommunen waren auch zahlreich in der City.

Die Klimakatastrophe bleibt Thema

Initiiert von unserer Kommune gab es zum Weltklimatag am 24. April 2020 auch eine reale Demonstration auf der Straße in Kaufungen. Immerhin 16 der, auf 30 Teilnehmer*innen begrenzten Demonstration, kam aus der Kommune Niederkaufungen. Weitere 5 Teilnehmer*innen kamen aus den Nachbarkommunen oder waren mal Kommunemitglieder.

Mit 6 Gehzeugen wurden einerseits die coronabedingten Abstandsregeln eingehalten, andererseits der absurde Flächenbedarf des Individualverkehrs vor Augen geführt.

Die Aktion führte zu überwiegend positiven Reaktionen und zeigte, dass nicht nur für die aktiven Demonstrant*innen die Klimakatastrophe weiterhin zentrales Thema bleibt.