Regional

Das Interkomm-Netzwerk Region Kassel

In der Region Kassel gibt es derzeit 6 Kommunen, die sich zum Interkomm-Netzwerk Region Kassel zusammen geschlossen haben:

Gastwerke in Escherode: http://www.gastwerke.de/

Kommune Niederkaufungen: www.kommune-niederkaufungen.de

Lebensbogen in Zierenberg: http://www.lebensbogen.org

Lossehof in Oberkaufungen: http://www.lossehof.de

Mensch Meierei in Witzenhausen: https://menschmeierei.noblogs.org

Villa Locomuna in Kassel: http://www.villa-locomuna.de

Die sechs Kommunen im Kasseler Raum sind vor allem über monatliche Treffen, gemeinsame Aktionen, ökonomische Verbindungen, Beziehungen untereinander und eine gemeinsame Zeitung miteinander vernetzt:

  • Interkomm-Treffen: Einmal im Monat treffen wir uns im Interkomm-Rahmen, um uns über gemeinsame Themen und die Vernetzung auszutauschen. An diesen Abenden überlegen wir uns gemeinsame Aktionen, laden uns gegenseitig zu Festen ein usw.

  • Interkomm-Zeitung: über eine monatlich erscheinende Zeitung halten wir uns auf dem Laufenden, was in den einzelnen Kommunen passiert und welche Veranstaltungen und gemeinsamen Aktionen geplant sind.

  • Interkommune-Seminare: Etwa 3 Mal jährlich bieten die Kommunen gemeinsame Seminare an, in denen die Teilnehmer*innen für 4 Tage in der Region zu Gast sind, alle Gruppen kennenlernen und eine Menge inhaltlicher Workshops belegen können.

  • Intergalaxistag: Einmal im Jahr verbringen wir einen ganzen Tag miteinander, unseren sogenannten „Intergalaxis-Klausurtag“, am dem wir uns in inhaltlichen Workshops treffen, Ideen der Vernetzung weiterentwickeln, Fußball spielen, Kuchen essen, tanzen usw.

Der Austausch miteinander findet über eine Vielzahl von Themen statt. Wir beschäftigen uns oft mit Themen, die von innen kommen z.B. Konflikte, die sich aus dem gemeinsamen Besitz, der gemeinsamen Verantwortung oder den unterschiedlichen Bedürfnissen ergeben. Gleichwohl entstehen andere Fragestellungen auch durch unser Verhältnis nach Außen: Wie viel Wohnraum können wir geflüchteten Menschen anbieten? Nehmen wir an dieser oder jener Demo/Veranstaltung teil? Wollen wir Ausbildungsplätze schaffen oder lieber nicht?

Ein Netzwerk bestehend aus 6 Gruppen schafft Synergie-Effekte: Produkte, die für die eigene Gruppe hergestellt werden, können mit relativ geringem Aufwand auch für das Netzwerk produziert werden. Wir können einen eigenen Wirtschaftskreislauf bei der Eigenproduktion und Selbstversorgung aufbauen und zudem ist es effizienter, für viele Menschen Lebensmittel herzustellen. Wir produzieren gemeinsam Apfelsaft und besitzen einige Getreide- und Kartoffeläcker zusammen, auf denen wir gemeinsam Lebensmittel anbauen.

Wir erreichen größeres politisches Gewicht bei politischen Aktionen, Demos u.a. und wir können uns durch eine größere Anzahl von Menschen in viele verschiedene Politikfelder einbringen. Gleichzeitig treffen wir im Netzwerk auf Menschen mit ähnlichen politischen Ausrichtungen und Vorhaben. Auf diese Weise können wir Gleichgesinnte finden, die wir vielleicht in unseren eigenen Gruppen nicht haben und mit ihnen unsere Ideen umsetzen.

Es steht uns ein größer werdender Ressourcen- und Wissenspool für Festivals und Aktionen zur Verfügung. Wir haben z.B. ein gemeinsames Zirkuszelt angeschafft, das die Interkomm-Gruppen aber auch befreundete Initiativen kostenfrei nutzen können.

Es steht uns ein höherer finanzieller Hintergrund zur Verfügung, z.B. für den gemeinsamen Landkauf und dessen Bewirtschaftung. Für unsere jeweiligen Gruppenprojekte können wir uns unproblematisch und schnell gegenseitig Geld leihen.

Wie könnte es weitergehen? Ausblicke in eine vernetzte Zukunft

Wir haben nicht die eine gemeinsame Grundsatz-Vision, aber wir teilen viele Ideen in unseren Köpfen und Herzen. Deren Ausgestaltung hängt aber immer von den Menschen ab, die da sind und Neues gestalten wollen und die sich für ihre Ideen im Netzwerk stark machen und diese gemeinsam mit Verbündeten umsetzen. Ideen für eine vernetzte Zukunft gibt es viele, hier einige Stimmen aus dem Netzwerk:

  • immer mehr aus der Geldökonomie aussteigen“, „immer mehr im freien Fluss organisieren, und z.B. für alle Kochen, gemeinsam Seminare anbieten, Maschinen ausleihen, Brot backen, Lebensmittel produzieren und teilen.“

  • geben und nehmen zwischen den Gruppen wird selbstverständlicher und mehr Teil des Alltags. Wir wollen mehr Überschneidungen aufbauen und uns weniger als getrennte Einheiten verstehen.“

  • übergreifende Arbeitsbereiche ausbauen und weitere Kollektive gründen, z.B. ein gemeinsames Baukollektiv. Aufbau von mehr Interkomm-Betrieben, – wie z.B. dem Mitgliederladen in Oberkaufungen – die keiner Kommune „allein“ gehören.“

  • Vielleicht schaffen wir es gemeinsam „Resilienz“ aufzubauen und mehr Sicherheit bei ökologischen und finanziellen Krisen zu schaffen.“

  • Ein Ziel könnte Vergrößerung sein, z.B. auf 500 Menschen in der Interkomm anwachsen.“

  • Wir könnten auch mehr Wechsel und Fluktuation untereinander vorantreiben: wir könnten in andere Kommunen des Netzwerks umziehen, dort eine Auszeit oder Urlaub machen. Wir müssten nicht mehr unbedingt ganz aus dem Netzwerk raus gehen, nur weil wir in der eigenen Kommune – für eine zeit lang oder immer – nicht mehr leben möchten.“

  • Wir könnten einen gemeinsamen Fond aufbauen, aus dem wir uns Kredite geben, Notfallhilfen oder uns fürs Alter absichern. Genauso gut könnten wir einen Fond entwickeln, der unsere Weiterbildung und die Ausbildung unserer Kinder finanziert.“

  • Sinnvoll wäre es, unsere Ressourcen für das Netzwerk und dadurch für mehr Menschen nutzbar zu machen z.B. Maschinen-, Elektroartikel- und Möbellager, car- und e-bike sharing. Das gleiche gilt auch für Dienstleistungen, wie u.a. ein übergreifendes Hausmeister*innenteam, ein EDV-, Computer und Telefonkollektiv, ein Küchenkollektiv für die Interkommübergreifende Lebensvermittelverarbeitung.“

Stand Mai 2018

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